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Der Name Düffelt Die Deutung, dass der Name Düffelt seinen Ursprung im römischen Wort
“ Duofluvius “, (= zwei Ströme, wegen der Zweiteilung des Rheins
bei Kleve) haben soll, ist heute wohl überholt. Der Düffelwald wurde genutzt als sogenannter Gemeinwald der den rund um den Wald gelegenen Niederlassungen: Rinderen, Donsbrüggen, Mehr, Niel, Leuth, Kekerdom, Bimmen, Keeken und Düffelward gehörte. Die zentrale Stelle “die Heimstat” (= Stelle, wo die Bevölkerung zusammen kommt u.a. zur Rechtsprechung), mitten im Düffelwald, deutet auf eine Verbindung zwischen dem Namen des Waldes und dessen öffentlicher Funktion. Das Heimal-Freiengericht und Kulturmittelpunkt Mitten
im Düffeltwald bei einer Kreuzung alter Strassen lag die Heimstat. Die Stelle
wird heute noch markiert von einem ringförmigen Zeichen, das eine steinerne
Bank andeuten kann und dort steht geschrieben: “ olim stat Duiffels gericht’
( hier stand damals das Gericht der Düffel) (nördlich in der Nähe
von Niel) Deiche und Polder. In dem oberen Teil des Rheindelta - das spätere Kleverland- wurden schon
ganz früh, im 9.- 2. Jh., von den Bauernhöfen auf den erhöhten Uferwällen,
Ringwälle gebaut, als Schutz gegen die häufigen Verlagerungen des
Flussbetts. Solche '' privaten Umfassungen” wuchsen nach einiger Zeit
aneinander zu ganzen Inseln, sogenannten “Warden”, die dann zwischen zwei
oder mehreren Rheinschleifen lagen. Eine spezielle Kategorie der örtlichen Wasserbehörde waren die sogenannten
“Bruchlandkultivierungen” (11.-12.-14. Jh.), wobei am Ende des 14.Jh.,
vor allem holländische Einwanderer
- Kultivierungsspezialisten (sogenannte
„broekers“)- eine wichtige Rolle gespielt haben. Unter holländisch
muss man sich die Leute aus der Provinz Nord Holland vorstellen. Dort wohnten,
wie noch heute nördlich von Amsterdam, die Westfriesen, die sehr erfahren waren
in Wasserbauten, weil die Umgebung dort dazu gezwungen hat. Viele Namen dort
enthalten heute noch das Wort
“broek”, ein germanisch-friesisches, Wort das Moor oder niedriges Land
bedeutet. ( englisch brook, deutsch Bruch). z.B. Lutjebroek, Grotebroek,
Broek op Langen Dijk. Bemerkenswert
ist, dass hier noch heute der Name Ooteman angetroffen wird, sodass die
Hypothese, dass einer davon damals mit den “broeckers”
in die Düffelt gekommen ist
und dort geblieben ist und schließlich zu einem der Stammväter unseres
Stammbaums geworden ist, nicht ganz unwahrscheinlich wäre. Meine Forschungen
haben das aber nicht bestätigen können. Das
älteste bekannte, schriftlich vorliegende
Deichrecht ist enthalten in einem Brief vom geldrischen Herzog
Edouard (1361-1371), der damals die landesherrliche Autorität über das
Kerngebiet der Düffelt ausübte. Das bedeutete den Anfang des bekannten Düffeler
Deichrechts, das aus der Praxis der Wasserwirtschaftsorganisation entstanden
war. Wer diesen Brief liest, stößt auf allerlei bekannte
Wasserwirtschaftsbezeichnungen von heute wie z.B. Deichgraf, Heimrat, Wahlkreis,
“ingelanden”, “schonen en schouwen”, Strafbestimmung, Rechtsprechung der
Deichgrafen und Landesherren, Recht zur Entwässerung usw.. Auch
nachdem im15. Jh. die Düffelt zum Herzogtum Kleve gekommen war, blieb der
Deichbrief von 1364 das Basisreglement. Die Dycken-Ordnung von 7 Juli 1575 von
Willem van Kleef, galt nicht für die ''dijkschouw'' (Wasserwirtschaft)
der Düffelt. Erst nach dem
umfassenden Reglement für die Deich- und Wasserwirtschaft im Herzogtum Kleve
vom 24.Februar 1767
kam das Ende der Gültigkeit des alten Deichbriefs von 1364. Also, auch nach dem
Übergang des geldrischen Teils der Düffelt
an das Herzogtum Kleve ( im Laufe des 15.Jh.) blieb die Grundlage
des geldrischen Deichrechts noch Jahrhunderte in der Düffelt in Kraft.
Foto: Deichbruch und Hochwasser
in Ooy Dezember 1926. Ganz rechts
das Haus „ Haus der Koekoek“, wo ich geboren bin. Meine Mutter war
hochschwanger ( ich bin geboren 29 Januar 1927) und musste mit einem Ruderboot
abgeführt worden. Infolge der niederländischen Politik, bei Hochwasser im Waal, Wasser in den Ooypolder strömen zu lassen über die absichtlich niedrigen Deiche, wodurch auch die deutsche Düffelt bis Rinderen und Donsbrüggen unter Wasser stand , wurde 1852-1854 an der Grenze mit der deutschen Düffelt, ein Querdamm ( dwarsdam) gebaut, von der Thornse Mühle mit einer Länge von 2 km. bis an den Anschluss zur Hügelkette bei Wyler. Für die Bauern in dem Ooypolder mit ihren fetten Wiesen, war das Hochwasser mit viel Ton wohl gut, aber die deutschen Bauern, die überwiegend Ackerbau betrieben, hatten jedes Mal großen Schaden an ihren Gewächsen. Lange Zeit haben die Niederländer sich nichts daraus gemacht. 1926 hat der Querdamm zum letzten Mal seine ausgezeichneten Dienste ( für die Niederländer) geleistet Danach haben die Niederländer ihre Deiche erhöht. Heute ist der Querdamm ein “Schlafdeich” geworden, der in Zusammenarbeit zwischen dem deutschen und dem niederländischen Teil der Düffelt entstand nach 1926. 1932 wurde bei Nijmegen das niederländisch-deutsche “ Stoomgemaal” ( Dampfschöpfwerk) gebaut, das für eine gute Entwässerung des ganzen Düffeltgebiets in den Waal sorgte. Die Geschichte der Düffelt Das
Land am Niederrhein finden wir zum ersten Mal beschrieben in “ De Bello
Gallico “, ein Bericht über den Feldzug von Julius Caesar und den Krieg
in Gallien 58-51 v.Chr. Außer
einer ganzen Reihe neuer Lager der Reichsgrenze entlang, entstanden
auch überall in der Nähe dieser Lager
Bürgerniederlassungen, wovon die bekanntesten
wohl Colonia Agrippina (Köln), Castra Vetera (Xanten) und
Noviomagum ( Nijmegen) sind. Dort ließen sich die pensionierten
Soldaten, darunter viele aus
unterworfenen germanischen Stämmen, nieder. Sie lebten vom
Ackerbau aber trieben auch lebhaft Handel mit dem ganzen römischen
Imperium. Die
Ruhe hat nicht lange gedauert, denn 69/70 nach Christus rebellierten die Bataver.
Sie nützten die Gelegenheit der Abreise der römischen Rheinarmee nach Rom aus,
um dort ihren Führer Vitellius, der in Köln zum Kaiser ausgerufen war, auf den
Thron zu helfen. Das hat anfangs große Teile gallischen
Gebietes gekostet: Nijmegen, Xanten, Köln und Mainz. Aber die germanischen und
gallischen Rebellen waren uneinig und dadurch wurde Claudius Civilis,
der Rebellenführer bei Trier geschlagen und dann noch mal bei Xanten. 70
mussten die Bataver sich zurück ziehen in die Betuwe und sich unterwerfen. Jetzt
blieb es in diesem Gebiet sehr lange Zeit, etwa bis zur Mitte des 3.Jh., ruhig. Aber nördlich und östlich des
Rheins ballten sich viele germanische Stämme zusammen. Sie nannten sich
Franken. In den Jahren 253 und 275 durchbrachen sie dann die Reichsgrenze. Beide
Male wurden sie von den Römern zurück geworfen, aber große Gruppen blieben
zurück und durften sich dort niederlassen. Vor allem im nördlichen Teil des
Rheinlandes, also in unserer Gegend, hatten die Römer wohl noch die tatsächliche
Macht in den großen Städten, aber dazwischen wurde das Gebiet von diesen
Germanen (Franken) weiter
kolonisiert.
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