Wie
ging es jetzt weiter in der Düffelt?
Die Ripuarischen Franken ließen sich rund um Köln nieder und in unserem
niederrheinischen Gebiet - zwischen Xanten und Emmerich - waren es die Hatwarischen
Franken ( Hatuarrier). Weiter im Norden hatten die Sachsen ihr Land und
ganz im Norden waren es die Friesen. ( Kekerdom ist im fränkischen
Sprachgebrauch ‘’ cachritten’’ und
Leuth ‘’ Lotde’’.
Die neuen Machthaber ließen sich auf den verlassenen römischen Landgütern
nieder, aber die einheimische Bevölkerung behielt den größten Teil des Landes.
Die römischen Städte verfielen, weil auch die Handelsbeziehungen mit den Römern
abbrachen.
Es entstand jetzt ein großes fränkisches Reich: das Merowingische Reich,
das sich erstreckte von der Umgebung von Paris bis hierher und auch das
niederrheinische Land (also auch
die Düffelt) war davon ein Teil. Der König der Franken, Clovis,
trat im Jahre 500 zum Christentum
über und lässt sich in Reims taufen. Das war für uns von großer Bedeutung!
In den kommenden Jahrhunderten geht die Christianisierung und die
Eroberungspolitik der fränkischen Fürsten Hand in Hand.
Unser Gebiet am Niederrhein, wo die Hatwarische Franken wohnten, wurde für die
Merowingischen Fürsten ein Grenzgebiet, von wo sie Angriffe unternahmen auf die
Sachsen. Jahrhunderte lang blieb jetzt der Niederrhein im Spannungsfeld
zwischen dem Merowingischen -später Karolingischen Reich und den
freiheitsliebenden Sachsen und Friesen, aber am Ende des 7.Jh., schlägt Pippin
(687-714) die Friesen bei Dorestad. ( heute Wijk bij Duurstede ).
Jetzt konnten die angelsächsischen Missionare, unter dem Schutz der Franken in
Friesland missionieren. Sankt Willibrordus arbeitete von seiner
Bischofsstadt aus ab 719 in den nördlichen fränkischen Gebieten, also auch am
Niederrhein ( Düffelt). (In
721 z.B. vermacht ein gewisser Eberwin, Graf der Betuwe, Güter in der Düffelt
an die Kirche in Rinderen. Auch schenkt er dieser Kirche, in der laut der alten
Urkunde Willibrordus selber custos oder Pastor war, eine kleine Kirche in
Millingen.( Hetter) (Diese Besitzungen finden wir später, aber noch zu
Lebzeiten Willibrordus, wieder im Besitz der Abtei von Echternach ).
Diese Kontakte mit dem Utrechter Bistum
bedeuteten den Anfang einer Jahrhunderte dauernden Verbindung zwischen
dem Niederrhein und Utrecht. Teile des Landes Kleves (u.a. Emmerich und
Umgebung) gehörten bis ins vorige
Jahrhundert zu Utrecht. Die Grenze mit dem Bistum Köln fiel zusammen mit der
alten Grenze des Hatuarien, zwischen Emmerich und Kleve.
Zwischen
800 und 1050 wurde Nordwest
Europa geplagt von einfallenden und plündernden
Normannen, die mit ihren Wikingerschiffen den Rhein hinauffuhren und
wiederholt in unserer Umgebung erschienen und zweifellos auch in der Düffelt
viel Elend verursacht haben. Bekannt ist der Überfall von Dorestad (
heute Wijk bij Duurstede) während der Regierung von Ludwig dem
Frommen ( 814-840). Er veranstaltete 837 einen Reichstag zu Nijmegen und
versuchte gegen diese Invasionen einen Widerstand zu organisieren, aber viel
ergab das nicht, denn in den Jahren 839/840
veranstalteten die Normannen wieder
einen Feldzug den Rhein hinauf bis
Köln. Diese Invasionen und Plünderungen
dauerten das ganze 9. Jahrhundert an und 863
wurde Dorestad wiederum geplündert, wurde Xanten ganz zerstört. Die Normannen überwinterten sogar in einem Winterlager auf einer Insel im
Rhein bei Xanten.
Zwanzig Jahre später überwinterten sie in Duisburg. 880 wurde Birten bei
Xanten niedergebrannt. Darauf hin verstärkte
man die Pfalz zu Nijmegen.
Glücklicherweise hat.
Hendrik, Herzog der Ost-Franken die Normannen
bei Doesburg am IJssel schlagen können. Noch zehn Jahre blieb Dorestad in ihren Händen, aber nach 960 hörte
man nichts mehr von ihnen .
Das
fränkische Reich – das Reich Karl
des Großen- war unterdessen sehr mächtig geworden und erstreckte sich über
ganz Europa. Es umfasste damit den größten Teil des ehemaligen weströmischen
Reiches. Nach seinem Tod wurde dieses Reich in drei Teile gespalten: der
westliche Teil fiel an Karl den Kahlen,
der östliche Teil an Ludwig dem
Deutschen und das lang gestreckte Mittelteil – vom Mittelmeer bis
Friesland – das Mittenfrankenland- kam zu
Lothar. Dazu gehörte auch die Düffelt . ( Vertrag von Verdun
843)
Nicht
lange danach, bei Lothars Tod 855,
wurde das Gebiet am Niederrhein,
das zum karolingischen Mittelreich gehörte, ein Bestandteil von Lothringen, das
sich erstreckte vom
Jura bis an die Nordsee. ( Das Mittelreich wurde nämlich in zwei Teile
gespalten bei Lothars Tod)
Wieder 15 Jahre später, beim Tod von Lothar II,
wurde, beim Vertrag von Meersen ( 870 ), das Reich wieder
aufgeteilt zwischen seinen beiden Onkeln: östlich der Maas kam alles in
die Hände des Besitzers des östlichen Frankenlands. Das war
der obengenannte Ludwig der Deutsche. Zu ihm gehörte jetzt also
auch der Niederrhein und damit die
Düffelt. (der südliche Teil des Mittelfrankenlands wurde dem
westlichen Teil zugefügt. Damit war Mittelfrankenland wieder von der
Karte verschwunden.)
Wieder
55 Jahr später, 925, nützte ein deutscher König, Heinrich
I. , aus dem Geschlecht der Ottonen, die herrschende
Unordnung im lothringischen
Gebiet aus, um ganz Niederlothringen dem Ostreich ein zu gliedern. Hiermit
kam das ganze niederrheinische Gebiet
zum späteren deutschen Reich. ( Das war übrigens auch der Fall mit
allen niederländischen Landschaften, mit Ausnahme der Gebiete westlich der
Schelde. Erst 1648, beim Frieden von Münster, der den 80-
jährigen und auch den 30-jährigen Krieg abschloss,, wurden unsere
niederländischen Landschaften selbständig und unabhängig vom deutschen Kaiser,
obwohl dieser das erst 1728 anerkannte!
Die südlichen niederländischen Landschaften gehörten bis 1794 zum
deutschen Reich .)
Es bestand überall in diesem Reich
eine feudale Verwaltung. Der Kaiser gab das Land zu Lehen an Lehnsmänner
und die gaben das wieder in Unterlehen usw. So gab es in diesem Kaiserreich,
Fürstentümer, Herzogtümer, Grafschaften, Herrlichkeiten usw.. (Das fränkische
Reich war in Gaue aufgeteilt. Ein
Gau war ursprünglich das Gebiet eines germanischen Stammes)
Die einfache Bevölkerung hatte es nur mit einem Herrn zu tun, der Recht
sprach, Steuer einkassierte und sie schützte. So war die Düffelt großenteils
in Händen des Herzogs von Gelre und später des Herzogs von Kleve.
Der
Sohn von Heinrich I., Otto I, ließ sich
936 zu Aachen zum Kaiser krönen und versuchte sofort die Macht der Herzöge
zu brechen und an die Bischöfe zu
geben. Das hätte stabilere Verhältnisse
gegeben, da durch die Erbschaften jedes Mal wieder neue Schwierigkeiten
entstanden. 939 schlägt er bei Birten (Xanten) eine Armee unter Leitung von
Giselbert, der den rebellischen Herzog Eberhard von Franken stützte.
Später brachte Otto seinen Bruder Bruno auf den Bischofsitz von Köln und gab
ihm den Titel Herzog von Lothringen. Der Besitz Lothringens war vor allem
wichtig wegen der umfassenden Besitzungen im Gebiet zwischen Maas und Rhein,
wovon der Reichswald bei der Düffelt ein Teil ist.
Kleve, genannt nach der gleichnamigen Burg auf einem steil abfallenden Hügel,
nicht weit vom Rhein. Die Geschichte der Düffelt ist hauptsächlich verbunden
mit der Grafschaft Kleve, die später Herzogtum Kleve wurde, und die Düffelt
war ab 13.Jh. ein Teil davon. Nur ein kleiner Teil unter Nijmegen u.a. Ooij und
Erlecom blieben länger
unter Gelre.
Etwa 1000 gab es im
Hatwarengau und am ganzen Niederrhein einen
außerordentlich schweren Kampf um die Macht. Einbezogen waren Wichmann
van Vreden und der Erzbischof Heribert von Köln. Während des
Reichtages, den Heinrich II. 1020 in seiner Pfalz zu Nijmegen veranstaltete,
versuchte er diesen Kampf zu entscheiden. Nur durch den Tod von Adela in Köln
und dem von Balderich in dem von
ihm gegründeten Kloster in Zyfflich ging dieser Kampf zu Ende. Um das
Machtvakuum aus zu füllen, schickte der Kaiser zwei Brüder von unbekannter
Herkunft an den Niederrhein: Gerard und Rudger Flamens.
Gerard bekam die Güter zu Wassenberg und wurde der Stammvater des geldrischen Fürstenhauses,
der andere, Rudger, wurde der Stammvater der Klever Grafen. Der Kern
seiner Grafschaft wurde Kleve und die direkte Umgebung: Kalkar, Monreberg und
die Klöster zu Wissen, Zyfflich, Bedburg und Xanten. Auch wurde er mit Gütern
in der Betuwe belehnt, den Liemers und er bekam den Rheinzoll in Kellen und Hüssen
( heute Huissen in den Niederlanden). Den Zoll bei
Nijmegen musste er 1182 an Gelre übertragen.
1386 kommt die Grafschaft Mark dazu, weil das
Klever Fürstenhaus ausstarb und Sohn Adolf van der Mark von Erbtochter
Margaretha von Kleve in Kleve nachfolgte.
1417 wird die Grafschaft zum
Herzogtum.
1511 kommt durch eine Heirat das
Herzogtum Gulik und Bergh dazu .
1538 wird, unter Herzog Wilhelm (der Reiche) auch noch das
Herzogtum Gelre angegliedert, wodurch sich das Gebiet
erstreckte von der Eifel bis ans IJselmeer und vom Teutoburgerwald bis an
die Maas. Dieser Herzog Wilhelm stand dann auch in Europa als
Fürst in hohem Ansehen.
Im Kampf mit Karl V. um Gelre und Zutphen, musste er aber 1543 Gelre
schon wieder an Karl V abgeben.
1607 starb das herzogliche Geschlecht von Kleve aus. Es entbrennt ein Klever
Erbschaftskampf zwischen den vier Töchtern von Johann Wilhelm dem Reichen und
dem Prinz Mauritz van Oranje-Nassau, der den protestantischen
Kurfürst Johann Sigismund von Brandenburg-Preußen stützte.
1614 gingen dann Kleve und die Mark an den Kurfürsten Brandenburgs verloren.
Damit verlor Kleve seine Selbständigkeit.
Gelre:
wie oben erwähnt, war der Stammvater Rutger Flamens.
Es fing an mit dem
kleinen Ort Gelre an der
Niers und Teile der heutigen Provinz Gelderland in den Niederlanden u.a. Zutphen.
Politisch war die Grafschaft
gebunden an das deutsche Reich. Sie dehnte sich aus in Richtung von Limburg , Lüttich
und Brabant. Unter Otto II. wurde
1247-1248 Nijmegen erworben, wodurch sich eine
Verbindung entwickelte zwischen den nördlichen und südlichen Teilen der
Grafschaft ( Zutphen, Arnhem, Nijmegen Roermond. Die sogenannten vier Viertel der Grafschaft). Limburg wurde verloren
1288.( Schlag von Woeringen. Jan I von Brabant schlägt Reinald
I von Gelre)
1339 wurde Gelre
Herzogtum. (Reinald II)
1538 kommt Gelre zu Kleve,
aber 1543 musste Willem von
Gulik Gelre Kaiser Karl V. überlassen .
Obergelre gehörte also zu den spanischen Niederlanden und später zu den
österreichischen Niederlanden.
Durch den Frieden von 1713, kam ein Teil dieser Länder zu dem Kurfürsten
von Brandenburg. Dieser Kurfürst nannte sich König von Preußen.
Im niederrheinischen Gebiet haben sich im16.Jh. ziemlich viele Menschen aus
Flandern, Wallonien, Antwerpen und protestantische Niederländer, die wegen
ihrer Religion verfolgt wurden und vorher
nach England geflüchtet waren, niedergelassen. Später, im 17.Jh., bildeten sie,
im achtzigjährigen Krieg, eine sehr streitbare Gruppe gegen die Spanier
(1568-1648) und ganz viele Scharmützel haben sich im niederrheinischen Gebiet
abgespielt zwischen “Staatsen” (
der 5 niederländischen, verbunden Staten)
und Spaniern. 1575 versuchte eine Rebellenarmee die Aufmerksamkeit
der Spanier von Leidens Belagerung ab
zu lenken indem sie die Niederlande
von Kleve aus angriffen. Die Schlacht
wurde auf der Mokerheide ausgefochten und von den Niederländern verloren, wobei
Hendrik und Lodewijk van Nassau umkamen.
1580-1590 eroberten die Spanier das ganze Gebiet zwischen Maas und
Rhein.Dabei hatten die Bewohner eine sehr viel zu leiden.
Während
des Klever Erbschaftskriegs (
1609-1614) war das ganzes Gebiet offenes Kriegsgebiet und die Städte wechselten
wiederholt die Besitzer .
Nach dem Vertrag von Xanten 1614
besetzten die „ staatse“ ( niederländische) Truppen soviel wie möglich
vom Klever Gebiet für den Kurfürst
von Brandenburg, aber Wesel und Xanten
wurden von den Spaniern besetzt.
Die
Schenkenschans wechselte einige Male den Besitzer.1629 “Staats” ,
1635 wieder spanisch wegen Verrat und 1636
wiederum Staats. Griethuisen und Kleve
wurden furchtbar von Staatsen zerstört. Kleve verlor 2/3 seiner Bevölkerung!( Schenkenschans
war damals eine Befestigung, mitten im Rhein gelegen, wo der Rhein sich spaltete
in zwei Ströme, Ober- und Niederrhein. Jetzt liegen die
Überreste am linken Rheinufer bei Düffelward)
Nach dem Frieden von Münster1648, wodurch
der achtzigjährige Krieg zwischen den Niederländischen Staaten und
Spanien beendet wurde und die Republik der Vereinigten Niederlande entstand,
blieb Kleve ganz mittellos zurück unter dem
Brandenburger Stellvertreter Johan Mauritz van Nassau (
(1647-1679)
Dieser
Stellvertreter Brandenburgs brachte wieder Pracht, Glanz und Ansehen in das
vormalige Herzogtum. Für die Republik der Vereinigten Niederlande hatte er
zwischen1636-1644 in Brasilien den Posten des Statthalters der holländischen
Besitzungen in Brasilien bekleidet und 1645 den selben Posten über die
“Staatse” Besitzungen in Wesel. Jetzt wurde er von Kurfürst Frederich
Wilhelm als Statthalter Kleves angestellt. Er baute Kleve wieder auf und legte
wunderbare Parks
und Lustorte an. Künstler ( u.a. Jacob van Kampen, Schöpfer des
Palasts auf dem Dam in Amsterdam ) fand er in der Republik.
1668 wurde er General-Feldmarschall der Republik der Vereinigten Niederlande und
in dieser Eigenschaft führte er den Krieg gegen Ludwig XIV von Frankreich, der 1672
(in den Niederlanden bekannt als das Notjahr) und 1678
gegen die Republik vorrückte. Das ganze niederrheinische Gebiet kam in
die Hände der Franzosen und nach diesem Feldzug kehrten die spanischen
Garnisonen nicht mehr in diese Gebiete zurück.
Nachdem
die niederrheinischen Länder ihre Selbständigkeit verloren hatten, wurde das
Klever Land hineingezogen in die
französisch-deutschen Gegensätze dieser Zeit: die Franzosen wollten den Rhein
als natürliche Grenze zwischen dem Reich und Frankreich haben. Ludwigs Feldzug
gegen die Republik war dafür ein Beispiel, aber auch die späteren
Erbschaftskriege um die spanischen Niederlande ( heute die niederländischen
Provinzen Brabant und Limburg und ganz Belgien und auch das geldrische
Oberviertel), und auch der österreichische Erbschaftskrieg. Durchziehende
Armeen zerstörten wiederholt das Gebiet.
Im Siebenjährigen Krieg
(1756-1763) fand eine Schlacht statt
zwischen französischen Truppen und hannoveranischen bei Mehr, in der Düffelt.
Während
der französischen Revolution , wurde 1794, das linksrheinische
Land besetzt und beim Frieden von Lunéville
1801 bei Frankreich
eingegliedert als Département
de la Ruhr. Damit kam auch das
neue französische Staatssystem an
den Niederrhein, ohne die
alten Grenzen zu berücksichtigen. Die kirchlichen Güter wurden veranlagt, die
Klöster und die Stifte wurden säkularisiert, die Privilegien der Kirchen und
des Adels wurden aufgehoben, ein anderes Steuersystem wurde eingeführt und
Maße und Gewichte wurden standardisiert. Durch die Einführung des
“Code Napoleon” kam auch ein neues Standesamt zu Stande, das die
Registrierung der Geburten, Heiraten und Todesfälle von der Kirche durch eine
staatliche Behörde übernahm.

Im
ganzen Gebiet, in dem bisher eine niederfränkische Sprache( niederländisch/
niederdeutsch) gesprochen wurde, war jetzt das Französisch die
offizielle und amtliche Sprache.Leuth und Kekerdom
gehörten unter den Franzosen zu dem „mairie „ ( Rathaus) von Niel (D)
und die standesamtlichen Daten von beiden Orten
sind dann auch ( in französisch, wie alle Daten aus dieser Zeit in der Düffelt
!) ab 1798 zu finden in den Archiven von Kranenburg und Brühl (
Archiv Rheinland-Westfalen) und erst ab 1817 in Beek (Nl) und Arnhem. (geldrisches
Reichsarchiv)
Die sechs Herzöge aus dem Hause Kleve-Mark vor der Residenz: Adolf I
( 1398-1448), Johann I (1448-1481), Johann II (
1481-1521), Johan III ( seit 1511 Herzog von Jülich-Berg, und
1521-1539 von Kleve), Wilhelm V ( 1539-1592), Johann
Wilhelm (1592-1609).
Unbekannter Maler des 17.Jahrhunderts nach älteren Porträts.
Leuth
hatte eine eigene Kapelle und gehörte vor 1662 zu der Parochie Zeevlek (Zyfflich
D.). Daten über Taufen aus Leuth ab 1640 bis 1662 muss man deshalb auch
in Zyfflich suchen.
In Gegensatz zum Reich von Nijmegen
gehörte Leuth und Kekerdom nicht zum Bistum Roermond, sondern zum Erzbistum Köln.
Für die Katholiken aus dem
Herzogtum Kleve galt Religionsfreiheit und so kamen die Katholiken aus dem “Staats” Gebiet nach
Leuth ( u.a. aus Ooij ) zur Taufe
und Hochzeit. Die Katholiken in der Republik waren jedoch verpflichtet sich erst
bei einem reformierten Pastor aus Ooy trauen zu lassen.
Groesbeek hatte im 13.Jh. eine Kirche, welche St. Cosmas und Damianus geweiht
war. Die Herren von Groesbeek übten das Patronat
über die Kirche aus. 1505 befanden sich zwei Altäre in der Kirche:
Maria und dem Heiligen Kreuz geweiht. An jedem wurden
zwei heilige Messen in der Woche abgehalten. Im 17.Jh.ist von einer
Antonius Kapelle die Rede. Der zeitliche Pfarrer war davon der Diener.
Die alte Parochiekirche, derer Turm 1844 restauriert wurde, wird heute noch von
Reformierten gebraucht.
Die Religionsverfolgung war in Groesbeek weniger drückend, weil man in Mook und
in Wyler
( beide kleverisches Gebiet seit dem Vertrag von Xanten 1614
unter dem Fürsten von Brandenburg- Preußen) Trost in der Religion
finden konnte. Die Herrlichkeit Groesbeek war geldrisch und so unter der Herrschaft der
Republik der sieben Provinzen.
Während des zwölfjährigen Waffenstillstands in dem achtzigjährigen Krieg (1609-1621),
ließ sich in Groesbeek ein reformierter Pastor nieder. Man durfte
in dieser Zeit die römisch-katholische Religion nicht mehr ausüben. Die
Katholiken nahmen dann Zuflucht zu Wyler auf kleverischen Gebiet ( preußisch)
und teilweise auch zu Mook, gleichfalls auf preußischem Gebiet und ab1648 bis
1664 auch teilweise zur Kapelle auf dem Mussenberg.(Beek) 1672 gelang es
dort eine “ Scheunekirche” zu öffnen, wo 834 eine neue Kirche gebaut wurde,
die vom eifrigen Pfarrer Antonius Rovers, mit zwei Seitenschiffen erweitert
wurde und zweckmäßiger eingerichtet wurde.
Die Tauf-und Heiratsbücher von Wijler fangen
erst 1723 an, die Taufbücher von Mook 1722 und die Tauf- und Heiratsbücher
von Kranenburg 1633.
Nach
Napoleons Niederlage 1814, wurden von den Alliierten während des Wiener-Kongresses
die Grenzen in Europa neue festgelegt .
Leuth und Kekerdom gehörten bis 1798 zum Herzogtum Kleve und das gehörte
wieder zum Königreich Preußen.1798 wurde das Rheinland “de facto” und in
1803 “de iure” nach Frankreich eingegliedert, also auch Kekerdom und Leuth
und so wurden sie 1813 wieder preußisch.
Aber der Wienerkongress (1815-1817) entscheidet anders und wies die beiden Orte
dem neu geformten Königreich der Niederlande zu, so wie auch ganz Belgien und
Luxemburg.
Das Land Kleve blieb weiterhin preußisch
mit Ausnahme von einigen kleinen Gebieten, die dem neu geformten Königreich der
Niederlande zugefügt wurden:
( die Liemers mit Zevenaar und Duiven, ein Teil der Düffelt mit, wie gesagt,
Leuth und Kekerdom , Huissen mit
Malburgen, Hulhuizen und Gennep mit Ottersum, Mook, Heyen, Afferden , Milsbeek,
Ravenstein, Uden und Volkel. Aber
Schenkenschans, Klein Netterden und Emmerich
wurden deutsch).
Im
Klever Land, das jetzt an Preußen gekommen war, wurde zwischen 1828-1848
die hochdeutsche Sprache auf den Schulen eingeführt. So ist dieses Gebiet, und
auch das deutsche Gebiet der Düffelt allmählich
deutsch geworden.
